Altschottische Freimaurer-Loge Essen:

"Zur starken Wehr im Westen"

Logenvortrag zu Maurerei und Freimaurerei

Gehalten am 25.03.2014.

Meine Lieben Brüder,

 

Wir alle sind Freimaurer. Unser Handwerk ist die Freimaurerei. Es ist ein geistiges Handwerk. Ein Handwerk, dass, wie Ephraim Lessing sagt, schon „immer war“. Im Jahr 1778 schrieb Lessing in seiner freimaurerischen Diskussions-Schrift „Ernst und Falk“: „Freimaurerei war immer!“

 

Eine kühne Behauptung, wurde die Großloge von London und Westminster doch erst im Jahr 1717 gegründet. Lessing selbst war sich dieser historischen Diskrepanz sicherlich bewusst. Es bleibt also die Frage zu klären, weshalb er eine solche Aussage trifft, wenn er doch weiß, dass sie einer historischen Überprüfung nicht stand halten kann. Immerhin war er zu Lebzeiten heiß begehrt. Logen suchten seine Nähe. Lessing war Freimaurer. Im Jahr 1771 wurde er in der Hamburger Loge „Zu den drei Rosen“ aufgenommen. Doch die Art und Weise wie dort Freimaurerei betrieben wurde, konnte er mit seinen eigenen Vorstellungen nicht in Einklang bringen. Das führte dazu, dass sich Lessing von dem aktiven Logenleben distanzierte. Seine Schriften weisen jedoch darauf hin, dass Lessing nichts desto weniger Freimaurer war. Vielleicht ist er in diesem Sinne auch als ein „Lehrer der Freimaurerei“ zu verstehen. In seinem Geiste war zumindest ein Verständnis von der Freimaurerei herangewachsen, dass wohl als vorbildlich zu bezeichnen ist.

 

Freimaurerei war immer? In der Loge in der er aufgenommen wurde schien er sie jedoch nicht vorgefunden zu haben. Zumindest nicht in der Art, wie er sie sich dachte. Die Ideen jener Zeit über die Ursprünge der Freimaurerei gingen innerhalb der Bruderschaft so weit, dass man sogar im Feigenblatt des paradiesischen Adam einen Freimaurerschurz zu sehen glaubte. Lessing gehörte sicherlich nicht zu denjenigen die derartiges ernsthaft in Erwägung zogen. Als symbolhafte Idee könnte das jedoch anders aussehen. Heute besteht der allgemeine Konsens, dass Lessings Ausspruch nicht wörtlich zu nehmen sei. Jens Oberheide interpretierte Lessings Freimaurerei-Begriff in seinem Büchlein „Freimaurerei, ein Lebensstil“ als ein „Synonym für die uralte Sehnsucht der Menschen nach Frieden, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ (S.4).

 

In der „Freimaurer-Zeitung“ (Band 24) aus dem Jahr 1870 habe ich einen Artikel gefunden in dem folgendes zu lesen ist: „Liebe war da, von Ewigkeit her, Licht war vorhanden, ehe denn das Sonnengestirn den Himmel zierte, Wahrheit, klar und rein, lebte und regierte, ehe noch Menschenmund eine Lüge sprechen konnte“ (S.200). Auch wenn unsere Logen ein überschaubares Alter haben und das Wort „Freimaurerei“ im Altertum noch nicht bekannt war, so sind doch, wie es weiter heißt „die Wahrheiten die sie lehren, die Tugenden die sie einprägen, die Liebe die sie üben, die Brudertreue, die sie beweisen“ (S. 200), immer gewesen und werden immer sein. Freimaurerei lässt sich in diesem Zusammenhang also als ein elementares Prinzip erklären. Für diese Art der Freimaurerei bedarf es ohne Zweifel eines philosophischen Verständnisses und der Fähigkeit der Reflexion. Es ist ein vergeistigtes, spekulatives und geradezu kontemplatives Verständnis von der Freimaurerei.

 

Nun bleibt die Frage zu klären, ob dies auch schon immer so war. In den allgemeinen Fragestücken  unseres Rituals gibt es die folgende bekannte Wechselrede. Der Meister fragt den ersten Aufseher: „Ist etwas zwischen dir und mir?“ Darauf erhält er die Antwort: „Ja, ehrwürdiger Meister, ein Geheimnis.“ Der Meister fragt weiter: „Was ist es?“ Darauf gibt der erste Aufseher die Antwort: „Maurerei.“ Dann fragt der Meister: „So bist du ein Freimaurer?“ (Ritual I, S.25).

 

In diesem kurzen Frageteil tauchen drei Begriffe auf die in unmittelbaren Zusammenhang gebracht werden. Diese sind 1) Geheimnis, 2) Maurerei, und 3) Freimaurer. Es geht hieraus hervor, dass es zwischen Freimaurern ein Geheimnis gibt, und das dieses Geheimnis als Maurerei bezeichnet wird. Dieser Umstand ist so wichtig, dass er in allen drei Graden gelehrt wird. Das Wissen darum ist überhaupt die Grundvoraussetzung dafür um als Eingeweihter erkannt zu werden. Die Kenntnis von diesem Wissen wird noch vor der Prüfung durch Zeichen, Wort und Griff abgefragt.

 

Nach dem heutigen Verständnis werden die Begriffe Freimaurerei, Maurerei und Königliche Kunst synonym verwendet. Die historischen Quellen legen jedoch nahe, dass diese Begriffe nicht von Anfang an miteinander identisch waren. Selbst in den „Alten Pflichten“ (1723) von Anderson, die wir als die Grundlage unserer heutigen Freimaurerei anerkennen, wird in „Royal Art“ und „Royal Craft“ unterschieden, die einheitlich mit „Königliche Kunst“ ins Deutsche übersetzt werden. Der deutsche Begriff „Maurerei“ hingegen meint das englische Wort „Masonry“. Sowohl „Masonry“ als auch „Royal Art“ tauchen im historischen Kontext Anfangs völlig unabhängig von einander auf. Erst durch ihre Neuinterpretation jüngeren Datums bedeuten sie „Freimaurerei“ im heutigen Sinn.

 

Meinen Beobachtungen zufolge ist die Freimaurerei von ihrem Wesen her dual. Sie existiert auf mindestens zwei Ebenen gleichzeitig. Ich glaube das es wichtig ist, dass man sich dieser zwei Ebenen bewusst ist und sie nicht durcheinander bringt. Die eine Ebene ist die historische Ebene. Die andere Ebene ist die der Legenden und der Vergeistigung. Diese beiden Ebenen neigen dazu sich zu überlappen. Aus solchen Überlappungen, in denen das Historische mit dem Legendenhaften verschmilzt, kann eine Art Aberglaube entstehen. Hier und da ist es auch vorgekommen, dass sich ein solcher Aberglaube verfestigt und zur Grundlage weiterer Überlegungen wird, oder auch zu unerschütterlichen Überzeugungen, aus denen heraus der Frieden unter den Brüdern auf die Probe gestellt wird. Einige Brüder veranlasst derartiges sogar dazu, die Symbole und das rituelle Brauchtum der Freimaurerei in Frage zu stellen. Bereits gegen Ende des 18ten Jahrhunderts, berauscht von den Ideen der französischen Revolution, wurden derartige Worte laut. In dieser Zeit betonte Ludwig Schröder den besonderen Wert der Symbole, indem er erklärte, das gerade sie den Stoff ausmachen würden, aus dem die Bruderkette geschmiedet werde.

 

Durch ihre duale Koexistenz verbindet die Freimaurerei das Innere mit dem Äußeren, die Vorstellung mit der Wirklichkeit. Ich bin davon überzeugt, dass gerade darin eben auch die Kraft liegt, aus der heraus das vergeistigte Wesen, die Ideen, Werte und Ideale, aus dem Inneren in das Äußere getragen werden können. An dieser Stelle ist eine Überlappung der Ebenen mehr als wünschenswert. Denn dadurch treten zwei unterschiedliche Welten miteinander in Kontakt. Nämlich die ideelle Welt mit der Alltagswelt. Durch diese Begegnung ist Veränderung möglich. Es können aber auch die Grenzen sowohl des einen, wie auch des anderen erkannt werden. In der Freimaurerei ist also das Spekulative nicht vom Realen zu trennen. Wenn man nach den Ritualen und dem Selbstverständnis der Freimaurerei geht, ist auch das Spekulative am Ende nichts anderes als zukünftige Realität. Warum wäre man sonst Freimaurer, wenn man in seinem Innern nicht diese Überzeugung hätte?

 

Dennoch bleibt da das Ominöse. Die historische Freimaurerei und die ideelle Freimaurerei lassen sich nicht immer in Einklang bringen. Das Historische ist für die Freimaurerei im wahrsten Sinn des Wortes nicht „wesentlich“, aber sie braucht es, um zu existieren. Denn ohne ihre historischen Bezüge lässt sie sich nicht verorten. Durch sie erhält sie überhaupt ihre Überzeugungskraft. Erst dadurch kann man über sie sprechen und sie in Bezug zu etwas setzen. Durch die historische Ebene können ihr Form und Ordnung gegeben werden. Sie erhält durch sie ihre Tradition, die von der ideellen Ebene durchdrungen wird und ihr Innerstes ausmacht. Hier und da ist von dem „Geist der Freimaurerei“ zu hören, der auf den Menschen wirkt. Andere würden dies wohl als eine „besondere Atmosphäre“ bezeichnen, die der Freimaurerei eigentümlich ist.

 

Historisch ist die Maurerei, bzw. Masonry, bis ins Mittelalter nachzuweisen. In der freimaurerischen Forschung spielen die so genanten „Old Charges“ eine wesentliche Rolle. Sie gehören zu den wenigen schriftlichen Zeugnissen die mit der Freimaurerei in Verbindung gebracht werden. Das älteste dieser Dokumente ist das so genannte „Regius Poem“ oder „Regius Manuscript“ aus dem Jahr 1390. In diesem Dokument taucht bereits der Begriff „Masonry“ auf. Es enthält eine Art Zunftlegende, sowie Erklärungen, Regeln und Pflichten der damaligen operativen Maurerbruderschaft. Das Konstitutionenbuch der Großloge von London und Westminster aus dem Jahr 1723 basiert auf ähnlichen Manuskripten. Nach heutigem Erkenntnisstand liegt dem Konstitutionenbuch unter anderem das „Cooke-Manuskript“ zu Grunde, das durch die Radiokarbonmethode auf die Zeit zwischen 1410 und 1450 datiert werden kann. Dieses Manuskript scheint eine erweiterte bzw. überarbeitete Version des „Regius Poems“ zu sein, oder dessen, von dem das „Regius Poem“ selbst abstammt.

 

Das „Cooke-Manuskript“ deutet darauf hin, dass es sich zu dieser Zeit um eine lebendige Bruderschaft gehandelt hat. Eine Bruderschaft aus Handwerkern oder Bauarbeitern die etwas betrieben haben das sie „Masonry“, also „Maurerei“, nannten. Aus der Legende dieser Bruderschaft geht hervor, dass die Maurerei aus dem biblischen Ägypten stammt und später von Euklid und Pythagoras gelehrt wurde. Das Dokument erklärt auch, was sie unter dieser Maurerei verstanden, nämlich angewandte Geometrie. Danach ist Maurerei sozusagen die Umsetzung von baulichen Ideen. Versteht man die Ideen der heutigen Freimaurerei als Bauplan, so wäre ihre Umsetzung, also das „als Freimaurer handeln“ im übertragenen Sinne eben auch Maurerei. Es wäre jedoch eine falsche Schlussfolgerung, wenn man deshalb einen unmittelbaren Zusammenhang annehmen würde. Tatsächlich spricht viel mehr dagegen.

 

Der Gründungsgeschichte der Großloge von London und Westminster zufolge trafen sich am Johannistag im Jahr 1717 vier „Logen“ in der Bierschänke „Goose and Giridon“ nahe der St. Paul´s Kathedrale in London um eine Großloge zu gründen. Hieraus sollte letztlich die Großloge von England hervorgehen. Es gibt jedoch keine Dokumente die diesen denkwürdigen Gründungsakt belegen. Dennoch ist unstreitig, dass um diese Zeit etwas in Gang gesetzt wurde. Wesentlich konkreter wird es, als John Desaguliers, ein Geistlicher und Mitglied der Royal Society, im Jahr 1719 dritter Großmeister der neuen Großloge wird. Er öffnet die Türen für den Adel und holt den Herzog von Montagu in die Bruderschaft, der im Jahr 1721 der vierte Großmeister wurde. Desaguliers selbst wird stellvertretender Großmeister. In Zusammenarbeit mit James Anderson wurde eine Konstitution erarbeitet. Es entstand das Konstitutionenbuch von 1723. Hierbei orientierte man sich an den alten Manuskripten die zur Verfügung standen. Anderson selbst war Prediger der schottisch-presbyterianischen Kirche. Sein Vater war Sekretär der Loge in Aberdeen, der er auch von 1688 bis 1689 vorstand.

 

Das erste Konstitutionenbuch der englischen Großloge aus dem Jahr 1723 trägt den Titel: „The Constitutions of the Free-Masons. Was sich zu der damaligen Zeit genau abgespielt hat liegt im Dunkeln. Doch es ist offensichtlich, dass Desaguliers in dieser Zeit maßgeblich die Fäden zog. Interessant ist, dass das Wort Free-Mason mit einem Bindestrich geschrieben wird. Es ist also aus den Worten „Free“ und „Mason“ zusammengesetzt. In den „Alten Pflichten“ ist dann nur von Mason und Masonry die Rede. Des Weiteren erfahren wir aus diesem Dokument, dass die Großloge in den 1720er Jahren ihren Sitz in der „Stationer´s Hall“ hatte. Die „Stationer´s Hall“ war die Zunfthalle der Gilde der Papiermacher und Zeitungsverleger. In London gab und gibt es die so genannten „Livery Company´s“. Dabei handelt es sich um traditionelle Handelsgilden. Die „Livery Company of Stationers and Newspaper Makers“ wurde um das Jahr 1403 gegründet. Unter den Livery Companies gab und gibt es auch die „Livery Company of Masons“. Im Jahr 1356 beurkunden die Stadträte von London die Verordnung der Company of Masons. Spätestens seit dieser Zeit ist die „Maurer-Gilde“ in London dokumentiert. Das englische Gildenwesen ist jedoch nicht mit dem schottischen Logenwesen identisch.

 

Die Livery Company of Masons hatte ihre eigene Gildenordnung und eigene Zunfthalle, die „Masons Hall“ in London. In dieser war auch eine Gesellschaft mit dem Namen „Haus Salomonis“ als Untermieter. Diese Gesellschaft wurde im Jahr 1646 von Elias Ashmole gegründet. Im selben Jahr, aber noch vor der Gründung des „Haus Salomonis“, wurde Ashmole in der Loge in Warrington aufgenommen. Das legt nahe, dass es zu dieser Zeit in der „Masons Hall“ keine Loge gab. Dieses „Haus Salomonis“ war ebenfalls keine Loge. Trotz Namensähnlichkeit ist anzumerken, dass zu dieser Zeit der Tempel Salomos keine wesentliche Rolle spielte. Der Name der Gesellschaft bezieht sich auf ein Werk von Francis Bacon. In seiner „Nova Atlantis“ hatte Bacon von einem „Haus Salomons“ berichtet, einer Art Akademie der Forschung und Wissenschaft. Was Bacon als Fiktion beschrieb, wollte Ashmole Realität werden lassen. Aus seiner Gesellschaft ging später die „Royal Society“ hervor.

 

Für die Anfangszeit der Großloge von London kann noch ein Eintrag von Bedeutung sein. Aus den Unterlagen der schottischen Loge „Mary´s Chapel“ geht hervor, dass Desaguliers noch im Jahr 1721 dort an einer Logen-Versammlung teilgenommen hat. Unter welcher Konstitution die Logen in London geführt wurden ist nicht bekannt. Jedenfalls wird deutlich, dass sich die die Großloge von London ursprünglich aus den schottischen Logen gebildet hat. Im Jahr 1723 hat sie sich dann ihre eigene Konstitution gegeben. Das Protektorat übernahm der Herzog von Montagut. Dem Konstitutionenbuch zufolge galten die Ordnungen nur für die Logen in London. Erst in der Folgezeit entstand das dreistufige Gradsystem, das wir heute als „St. Johannis-Freimaurerei“ kennen. In der ersten Konstitution ist von Graden in dem Sinne noch keine Rede.


Erst im Jahr 1725 führt Desaguliers den Meister-Grad ein. Wahrscheinlich hat er ihn von einer französischen Loge übernommen. In diesem Zusammenhang ist auch von einer Loge die Rede, die den Namen „Solomons Temple“ geführt haben soll und in der Desaguliers ebenfalls Mitglied war. Der Wandel der englischen Frei-Maurerei machte inzwischen eine Überarbeitung des Konstitutionenbuches notwendig. So erschien im Jahr 1738 „The new Book of Constitutions“. Nicht nur inhaltlich, sondern auch im Titel hat sich etwas geändert. Während in dem Buch von 1723  es noch „The Constitutions of the Free-Masons“ heißt, ist in dem neuen Buch erstmals von „The Antient and Honourable Fraternity of Free and Accepted Masons“ die Rede. Trotz dieser vielen Hinweise bleibt noch ein großer Teil unklar. Die genauen Verbindungen zwischen den englischen Gilden, den schottischen Logen und den Steinmetzbruderschaften sind äußerst nebulös. Goethe prägte den Begriff „Dombauhütte“. Es entstand die Vorstellung, dass die Freimaurerlogen ihre Ursprünge im Kathedralenbau hätten.

 

Wenn die Steinmetzbruderschaften die Vorläufer der Freimaurer-Logen gewesen sein sollten, so gibt es hier doch noch einige Ungereimtheiten. Die „Shaw-Statuten“ aus dem Jahr 1598 belegen, dass die Logen in Schottland zu dieser Zeit nicht der Kirche, sondern dem König unterstanden. Die Bezeichnung „Shaw-Satuten“ bezieht sich auf William Shaw, einem „Master of Work“, der eine für alle Logen verbindliche Zunft-Ordnung herausgegeben hat. Die Geschichte der schottischen „Master of Work“ beginnt im Jahr 1529, als Sir James Nycholay (oder Nicolson) zum Werkmeister von Stirling Castle, und damit zum ersten bekannten königlichen Werkmeister von Schottland ernannt wird. William Schaw wird im Jahr 1583 zum königlichen Werkmeister ernannt. Er erhält auch die Bezeichnung „Großer Werkmeister über alle königlichen Schlösser und Paläste“. In dem selben Jahr entsteht auch das „Grand Lodge Manuscript No. 1“.

 

In England gehörten wiederum die Steinmetze der Gilde der Zimmerleute an. Sie hatten keine eigene Verfassung, sondern wurden unter der Ordnung der Zimmerleute geführt. Im deutschen Kaiserreich bestanden Steinmetzbruderschaften bis weit in das 18te Jahrhundert hinein. Sie werden erst im Jahr 1772 durch Kaiser Josef II. Aufgelöst. Während die Freimaurerlogen im Deutschen Reich wuchsen, verloren die Steinmetzbruderschaften immer mehr Rechte. Erst durch den Freimaurer Kaiser Wilhelm I. wurde die deutsche Steinmetzbruderschaft zu neuem Leben erweckt.

 

Viele Fragen bleiben offen. Es gibt noch viel zu tun. Doch gerade das Ungewisse, das Lückenhafte ist das, was den Geist anregt. Ob das Geheimnis um die Bruderschaft jemals gelüftet wird ist fraglich. Doch gerade das Wissen von der Unkenntnis sollte uns Toleranz gegenüber dem lehren, was manche zu glauben oder zu erahnen meinen. Im Besonderen zeichnet sich die Freimaurerei doch durch ihre innere Stabilität und äußere Wandelbarkeit aus. Was Wesentliche bleibt stets erhalten. Wie unser Bruder Lessing einst bemerkte. Freimaurerei war immer!