Altschottische Freimaurer-Loge Essen:

"Zur starken Wehr im Westen"

Die altägyptische Maurerei und ihre Weiterentwicklung

Vor mehr als dreitausend Jahren entstand im alten Ägypten der Mysterienkult von Memphis. Dieser uralte und der Geschichtsschreibung verborgene Kult entschleiert sich im Lichte der Umwälzungen jener Zeit. Im Alten Reich hatte der Gott Amun die Oberherrschaft erlangt. Die Hauptstadt Theben wurde zu seinem Machtzentrum. Mit dem ungebrochenen Aufstieg des Amun erlangte auch die Priesterschaft immer größeren Einfluss. Täglich empfingen die Priester die Opfergaben im Tempel. Die Feuer- und Trankopfer entwickelten sich zu regelrechten Gelagen. Reichtümer wurden angehäuft. Das Leben in der Tempelanlage glich immer mehr dem von Königen. Die Amunpriester in Theben waren inzwischen dem Pharao an Macht beinahe gleich gekommen. Traditionell galt der Pharao als oberster Hohepriester über alle Götter. In dieser Eigenschaft war er auch der Oberste der Amunpriesterschaft. Doch diese Stellung war nun gefährdet.


Die Amunpriester verdeutlichten, dass der Pharao in seiner Macht nicht unantanstbar war. Um zu verhindern, dass Ägypten nicht unter die Oberherrschaft der Amunpriesterschaft fällt, waren einschneidende Maßnahmen nötig. Amenhotep III. erkannte, dass die Gefahr im Wesen der alten Kulte lag. Immer wieder könnte die Pharaonenfamilie durch den Einfluss eines Götterkultes gefährdet werden. Um das zu verhindern war eine grundlegende Änderung des theologischen Systems nötig. Eine besondere Gefahr war die Bedrohung durch einen militärischen Putsch, angestachelt durch die Priesterschaft. Deshalb brauchte die Pharaonenfamilie starke Verbündete außerhalb Ägyptens, die mit dem Kultus der Amunpriester nichts zu tun hatten.


Pharao Amenhotep III. war der neunte altägyptische König der 18ten Dynastie und regierte etwa von 1388 bis 1351 vor Christus. Er war der Sohn des Pharao Thutmosis IV. und dessen Ehefrau Mutemwia. Sie war die Tocher des Königs Artatarma I. aus dem Reich Mitanni, das sich von Mesopotamien bis nach Assyrien erstreckte. Die mitannischen Herrscher waren indogermanische Eroberer, die durch ihre überlegene Kriegstechnik vom Ural bis nach Indien vordrungen, und von da aus an die Grenzen Ägyptens. Sie waren als Krieger gefürchtet und als Herrscher geachtet. Durch die eheliche Verbindung schuf Thutmosis IV. in weiser Voraussicht und strategischer Klarheit eine enge Beziehung zwischen der Pharaonenfamilie und dem mitannischen Königshaus, die noch über weitere Generationen Bestand haben sollte.


Das Mitanni-Reich bestand überwiegend aus Hurriten, Amoritern und Assyrern, sowie einer abgeschlossenen herrschenden Oberschicht, die sich vor allem aus einer Kriegerkaste, den Kshatriyas, und einer obersten Kaste, den Brahmanen, zusammensetzte.


Dadurch, dass die Mutter des Amenhotep III. eine mitannische Prinzessin war, konnte sich der Pharao dem Schutz der Kriegerkaste sicher sein. Das war nötig, da der Einfluss der Amunpriester bis in die obersten Beamtenposten reichte. Letztlich hatten die Amunpriester die Macht, die Rechtmäßigkeit des Pharaos infrage zu stellen. Denn bevor ein Pharao eingesetzt werden konnte, musste er durch die Amunpriester als Nachfolger des Horus bestätigt werden. Dadurch war es ihnen möglich, auf die Thronfolge einzuwirken. Der Pharao und die Amunpriester standen in einer Abhängigkeit zueinander, die zunehmend einseitiger wurde und den Fortbestand der Pharaonenfamilie gefährdete.


Als zum Beginn des Neuen Reiches das Treiben der Priesterschaft immer weiter ausuferte, leitete der Pharao Amenhotep III. eine allmähliche Abgrenzung zum ausschließlichen Amun-Kult ein. Er verlagerte seinen Sitz von Theben in die alte Regierungsstadt Memphis. Das Machtzentrum des Gottes Amun und das des Pharaos sollte nicht länger das Gleiche sein. Langsam und diplomatisch hob Amenhotep III. wieder andere Götter hervor. So gewann besonders der alte Ptah-Tempel in Memphis an neuer Bedeutung. Neben der Oberregentschaft des Amun wuchs die memphitische Theologie des uralten Gottes Ptah neu heran. Diese Theologie erklärte Ptah zum Vater aller Götter, von dem alles Leben ausgeht. Dadurch wird Amun zum Sohn des Ptah, der zwar immernoch eine sehr hohe Stellung einnimmt, allerdings nicht mehr die Höchste. Da Ptah der sich selbst erschaffende Gott ist, kann auch kein anderer Gott über ihn gesetzt werden.


Den Umzug nach Memphis nutzte Amenhotep III. auch dazu, um die inneren Beamtenstellen, die zunehmend von Amunpriestern besetzt waren, neu zu ordnen. Alle wichtigen Staatsposten wurden durch Mitglieder der Pharaonenfamilie besetzt, so dass die Amunpriesterschaft dem Geschehen machtlos zusehen musste. Pharao Amenhotep III. vermählte sich mit Kiluchepa, der Tochter des Mitanni-Königs Sutarna II., welcher der Sohn von König Artatarma I. war. Das Band zwischen den beiden Königshäusern wurde immer Enger.


Um das Problem, das die alte Religion mit sich brachte zu lösen, war es nötig, andere theologische Systeme kennenzulernen. Dadurch erhielt Amenhotep III. tiefere Einblicke in die vedische Theologie der mitannischen Brahmanen. Die kontemplativen und meditativen Techniken, sowie die spirituellen Übungen, werden ihm nicht verborgen geblieben sein. Die vedische Theologie musste mit der Theologie des alten Ägyptens in Einklang gebracht werden. Dies führte schließlich zu einer Übertragung der vedischen Trimurti in den ägyptischen Ptah-Kult. Aus der Drei-Einigkeit Brahma, Vischnu und Shiva, wurde der drei-einige Ptah-Sokar-Osiris. Das hatte auch zur Folge, dass sich der diesseitsbezogene Pharao einer völlig neuen Gedankenwelt gegenüber sah. Das Mysterium von Schöpfung, Bewahrung und Erneuerung konnte auf eine neue Art erschlossen werden.


Der Pharao war von der vedischen Geistesströmung ergriffen. Aus dem innenpolitischen Problem erwuchs eine theologische Faszination. Die altägyptischen Lehren konnten durch die vedische Perspektive ergänzt werden und erhielten einen erweiterten Sinn. Es öffnete sich ein neuer Kosmos. Um den großen Mysterien teilhaftig werden zu können, errichtete Amenhotep III. auf der alten Tempelanlage eine Initiationsstätte, das Hut-net-hehu-em-renputt. Der Name lässt sich etwa mit Haus der Millionen von Jahren übersetzen und deutet auf die Transzendenz hin. Das Ziel des in diesem Sanktuarium vollzogenen Ritus war die mystische Vereinigung des Pharaos mit der Gottheit. Dem magischen Schamanenkult der alten Ägypter stand nun ein neues System gegenüber. Der altägyptische Mysterienkult von Memphis war geboren. Den Vorsitz der Mysterien hatten noch die mitannischen Brahmanen, die als Riten- und Lehrmeister fungierten. Um dies zu ändern ließ Amenhotep III. seinen Sohn, den Kronprinzen Thutmosis, nicht wie üblich eine militärische Ausbildung absolvieren, sondern schickte ihn in den Ptah-Tempel. Dort wurde er zum Hohepriester und ersten altägyptischen Mystagogen ausgebildet.


Mit dem Kronprinzen Thutmosis als Hohepriester des Ptah erhielt der memphitische Mysterienkult seine Souveränität. Durch die unmittelbare Erfahrbarkeit des Göttlichen in den Mysterien veränderte sich der Blick auf die alten Götter nachhaltig. Diese Erfahrung hatte auch eine politische Dimension. Pharao Amenhotep III. erhob den Sonnengott Re zu Aton, dessen äußerer Kultus der höchste von allen sein sollte. Vormals war Re mit Amun zu Amun-Re verschmolzen. Doch jetzt erhielt er in der Gestalt des Aton, der nicht der Sonnengott, sondern die Sonne selbst war, eine neue Bedeutung. Die Zeit war gekommen in der die Amunpriesterschaft daran erinnert werden sollte, dass die Herrschaft einzig den Pharaonen zukommt. Es ist anzunehmen, dass Amenhotep III. durch die neuen Einblicke auch einen Wandel im Denken vollzogen hat. Sein zweiter Sohn, Amenhotep IV., wurde wesentlich durch das neue Umfeld geprägt. Er sollte den letzten Schritt wagen und eine neue Zeit einleiten.


Mit ihm erlosch die Zeit des Wartens, der Vorbereitungen und der Diplomatie. Es war die Zeit des Handelns gekommen. Die Herrschaftsverhältnisse sollten unmissverständlich dargelegt werden. Der Kultus des Amun und seine dekadenten Priester sollten untergehen und in Vergessenheit geraten. Als erstes sichtbares Zeichen legte Amenhotep IV. seinen alten Namen ab der noch an den alten Gott erinnerte. Amen-Hotep heißt übersetzt Amun ist zufrieden. Dem neuen Namen sollte nichts mehr vom Alten Anhaften, weshalb er sich Echnaton nannte und sich damit dem Gott Aton zuwandte. Die Bedeutung des Namens ist eine Doppelte: Diener des Aton und Glanz des Aton.


Von nun an sollte Aton, das höchste Licht am Himmel, als oberster Gott regieren, der im Pharao selbst seine Entsprechung hat. So wie die Sonne über alles Leben regiert, so herrscht auch Aton über die gesamte Welt. Der Pharao wird zum alleinigen Mittler zwischen Gott und Gläubigen. Nicht mehr die Hohepriester legitimieren den Pharao, sondern Aton selbst. Damit war die Amunpriesterschaft ihrer Macht beraubt. Auf rechtmäßigem Weg konnten sie ihren Einfluss nicht mehr geltend machen. Auch war das Band zwischen der Pharaonenfamilie und dem mitannischen Königshaus ungebrochen. Pharao Echnaton nahm die mitannische Prinzessin Taduhepa als Nebenfrau. Sie war die Tochter des Mitanni-Königs Tusrata, welcher der Sohn des Königs Sutarna II. war. Für die Amunpriester gab es keine Hoffnung. So blieb ihnen erst einmal nichts weiter über als sich ihrem Schicksal zu fügen.


Echnaton ließ die alte Zeit hinter sich. Weder Theben noch Memphis sollte der Sitz des Pharaos sein. Beides waren Stätten der alten Kulte. Deshalb entschloss sich Echnaton eine neue Stadt zu errichten, sie sollte Achet-Aton heißen, was soviel wie der Horizont des Aton bedeutet. Dabei bewies Echnaton seine Qualitäten als Baumeister. Nach nur drei Jahren Bauzeit war die neue Hauptstadt vollendet. Das Zentrum der Stadt bildete der mächtige Aton-Tempel. Der Mysterientempel befand sich etwas abseits davon. Die mitannischen Herrscher hatten nicht nur Einfluss auf die Entwicklung der neuen esoterischen Mysterien-Theologie, sondern auch auf die Neuordnung der Gesellschaft. So übernahm Echnaton das Modell des vedischen Kastenwesens. Achet-Aton war für die oberen Kasten bestimmt: die Oberschicht, die hohen Beamten und die Pharaonenfamilie. Es wurde ein Umfeld geschaffen in dem man sich ausführlich den Mysterien zuwenden konnte. Echnaton teilte sich die Regentschaft mit seiner Hauptfrau Nofretete. Doch die neuen Höhen hatten nicht nur Gutes. Zunehmend vernachlässigte Echnaton seine weltlichen Pflichten. Außerhalb der Sonnenstadt befand sich Ägypten im Krieg mit den Hethitern. Das Volk sah sich in der Not im Stich gelassen.


Das gab den Anhängern des alten Glaubens neue Kraft. Einige Anhänger des verbotenen Amun-Kultes gelangten sogar in Echnatons Nähe und sie schafften es, das Vertrauen der Pharaonenfamilie für sich zu gewinnen. Besonders nah war Eje II., der ein hoher Hofbeamter Echnatons war. Seine Frau, Tij, war vormals die Amme der Nofretete. Daher war das Vertrauen besonders groß. Eje II. hatte tiefe Einblicke in das Geschehen am Hofe Echnatons. So war es letztlich auch möglich, dass Echnaton in eine Falle gelockt werden konnte, die seinen Tod bedeutete. Selbst jetzt konnte niemand die wahren Absichten des Mannes erkennen, der offen dem neuen Gott Aton huldigte, und bereits Echnatons Vater diente. Eje II. genoss weiterhin das Vertrauen der Familie. Niemand ahnte etwas von der Intrige.


Nach Echnatons Tod sollte sein Sohn, Tut-Anchu-Aton neuer Pharao werden. Dieser war jedoch noch zu jung um die Regierungsgeschäfte regeln zu können, weshalb er erst vier Jahre nach dem Tod seines Vaters den Thron bestieg. So wurde der Kindpharao vorerst in die Obhut des Vertrauten Eje II. gegeben, der sich in der Vergangenheit schon mehrfach verdient gemacht hatte, und von dessen dunklen Machenschaften die Pharaonenfamilie nichts ahnte. Anstatt im Sinne des alten Pharao die neuen Errungenschaften zur Reife zu bringen, flößte er dem jungen König ein, sich auf die alten Zeiten zu besinnen. Aus Tut-Anchu-Aton wurde Tut-Anch-Amun, der von 1332 bis 1323 vor Christus der sichtbare Pharao war. Hinter ihm standen jedoch die Anhänger des alten Amun-Kultes, die über Eje II. den Kurs bestimmten.


Die alten Priester machten für den spürbaren Verfall des Reiches unter Pharao Echnaton den neuen Gott Aton verantwortlich. Sie drängten darauf, zu den alten Göttern zurückzukehren. Tut-Anch-Amun folgte dem Rat und ließ die alten Tempel erneuern. Die Bautätigkeiten des Kindpharaos erstreckten sich bis nach Nubien. Bald gelang es auch Tut-Anch-Amun davon zu überzeugen die Sonnenstadt seines Vaters zu verlassen und wieder nach Memphis zurückzukehren. Tut-Anch-Amun starb mit 18 Jahren. Der einstige Erzieher und Berater des Kindpharaos, Eje II., nahm sich der Witwe an und heiratete sie. Es war Anch-Ese-Amun, die Tochter Echnatons, Schwester und Gemahlin von Tut-Anch-Amun. Eje II. war nun selbst Mitglied der Pharaonenfamilie geworden. Die Priesterschaft bestätigte ihn als Nachfolger des Horus. So bestieg Eje II. als rechtmäßiger Pharao den Thron von Ägypten.


Doch der Aton-Kult war nicht völlig verschwunden. Anhänger der Mysterien gab es noch immer. Die Amunpriesterschaft erkannte, dass, solange es noch eine Verbindung zum Alten gibt, sich das Alte auch wieder erheben kann. Der neue Pharao war durch die Heirat mit Echnatons Tochter unmittelbar mit der Pharaonenfamilie verbunden. Das ermöglichte zwar, ihn als Pharao zu legitimieren, es bedeutete jedoch auch einen weiteren Ast im Stammbaum, zu dem Thutmosis IV., Amenhotep III. und Echnaton selbst gehörten. Wenn die Amunpriester wieder zu neuer Macht kommen konnten, dann könnten es auch die Anhänger des Aton. Jede Verbindung zu Echnaton, dem Aton-Kult und den Mysterien sollte ausgelöscht werden. Diese Zeit sollte in völlige Vergessenheit geraten. Das bedeutete auch, dass die Erblinie der Pharaonen durchtrennt werden musste.


Durch ein kosmologisches Ereignis bot sich der Priesterschaft eine einmalige Gelegenheit. In Memphis sollte nach 1458 Jahren der heliakische Aufgang des Sirius wieder erstmals in der zwölften Nachtstunde des fünften Tages der Heriu-Renpet stattfinden. Das hatte große Bedeutung. Denn der Aufstieg des Sirius leitete damit unmittelbar den ägyptischen Neujahrstag ein. Nur eine Stunde nach dem Aufstieg würden die Opferriten des Sothis-Festes beginnen. Mit dem Beginn des neuen Jahres sollte nicht nur das alte Jahr zu Ende gehen, sondern auch der Stamm der Pharaonentradition durchtrennt werden. Die alte Linie endet mit dem Beginn des neuen Jahres. Nach vier Jahren der Regentschaft des Pharao Eje II. wird ein neuer Pharao eingesetzt. Es ist Haremhab. Unter Tut-Anch-Amun war er Oberbefehlshaber des Heeres und Getreuer der Amunpriester. Haremhab und Eje II. kannten sich gut. Sie hatten gemeinsam die Rückverlegung des Pharaonensitzes von Achet-Aton nach Memphis durchgesetzt.


Um rechtmäßig als Pharao eingesetzt werden zu können mussten ihn die Amun-Priester als Nachfolger des Horus bestätigen. Bisher war dies eng mit der Blutslinie der Pharaonenfamilie verbunden. Nun musste gerechtfertigt werden, wie ein Außenstehender rechtmäßiger Thronnachfolger sein kann. Haremhab erklärte, dass Horus, von dem alle Pharaonen abstammen, sein leiblicher Vater sei. Horus habe ihn erschaffen. Er erhob ihn vor der Menschheit, da er wünschte, seinen Schritt zu weiten, bis der Tag kommt, an dem er sein Amt empfängt. Horus hatte zwar Haremhab zum Pharao erwählt, doch Amun muss ihn zur Krönung bestätigen. Die Priesterschaft erkannte Haremhab als rechtmäßigen Nachfolger des Horus an. Amun hatte den neuen Pharao bestätigt.


Haremhab blieb allerdings ohne Kinder, so dass keine neue Pharaonenlinie gebildet werden konnte. Über die Thronnachfolge musste der Götterrat entscheiden. Die Entscheidung viel auf Ramses I., der von Pharao Haremhab zum Wesir ernannt wurde und in dieser Eigenschaft der Vertreter des Königs in Ober- und Unterägypten war. Unter seiner Regentschaft wurde der Amun-Kult weiter gefestigt. Die Beamten wurden ausgetauscht, so dass ein der Priesterschaft ergebener Staatsapparat gebildet wurde. Der Aufstieg des Amun konnte nicht verhindert werden. Mit Sethos I., dem Sohn des Pharao Ramses I., konnte eine neue Linie entstehen. Die Herrschaftsdauer der Sünde, wie die Zeit des Aton-Kultes genannt wurde, sollte in Vergessenheit geraten. Amun-Re war der Oberste von allen. In der Folgezeit wurden alle Hinweise auf Echnaton und den Aton-Kult getilgt. Der Name Echnaton wurde ausradiert, als hätte es ihn nie gegeben. Doch in der Erinnerung der einstigen Mysten, der gefallenen Oberschicht aus Achet-Aton, war das Wissen noch vorhanden. Einige gingen ins Exil, während andere in den Städten blieben.


Es geschah am Hofe des Pharao Eje II. Der Legende nach soll die Tochter des Pharaos im Schilf am Nilufer ein Kind gefunden haben, das in einem Korb ausgesetzt wurde. Die Pharaonentochter nahm sich dem Kind an und brachte es an den ägyptischen Hof. Dort sollte es in der Obhut der Pharaonenfamilie aufwachsen und erzogen werden. Dem Kind wurde der ägyptische Name Mosis gegeben, der soviel wie geboren, oder, er ist geboren bedeutet. Dies geschah wohl als Erinnerung an den ersten Hohepriester der altägyptischen Mysterien, Kronprinz Thutmosis, Bruder des Echnaton und Sohn von Amenophis III., der einst den alleinigen Gott Aton erweckte.


Die Eltern des Mosis waren Hebräer, das heißt, Angehörige der Arbeiterklasse. Nachdem der altägyptische Mysterienkult verboten wurde, und die dem Aton anhängigen Mysten ihre gehobene Stellung verloren hatten, waren diese gezwungen gewöhnlichen Arbeiten nachzugehen. Die Hebräer waren also nicht nur einfache Arbeiter, sondern einst Angehörige der oberen Kaste des Pharao Echnaton. Als Nachkommen der Anhänger des verboteten Aton-Kultes waren sie den Schikanen der Anhänger des Amun ausgesetzt. Am liebsten sah man die Hebräer tot, erinnerten sie doch an die Herrschaftsdauer der Sünde.


Eines Tages bekam Mosis mit, wie ein Anhänger des Amun zwei Hebräer schikanierte und sie schlug. Er wusste nichts von den Ursprüngen des Hasses dieser Ägypter gegen die Hebräer. Aton gab es nicht mehr und über die Mysterien wurde geschwiegen. Er sah nur die Erniedrigungen, welche die Hebräer erdulden mussten. Mosis erschienen daher die Hebräer wie Knechte, und die Ägypter wie Sklaventreiber. Im Angesichte dieser Ungerechtigkeit stellte sich Mosis dem Amunanhänger entgegen und forderte Rechenschaft. Es kam zum Streit und Mosis erschlug den Ägypter mit einem Stein.


Diese Tat blieb nicht unentdeckt und Mosis musste sich vor dem Pharao erklären. Inzwischen regierte Pharao Haremhab, der noch Echnaton kannte. Er wusste auch, dass die Tochter seines Vorgängers Pharao Eje II. die Tochter seiner Gemahlin Anch-Ese-Amun war, der Tochter Echnatons und Schwester Thut-Anch-Amuns. Mosis war Hebräer, also ein Nachkomme der verhassten Anhänger der verbotenen Mysterien. Darüber hinaus war er durch jene Tochter, die durch die Blutslinie mit Echnaton selbst verbunden ist, an den Hof des Pharaos gekommen. Haremhab sah die Verkettungen und verhängte über Mosis die Todesstrafe. Er erkannte, dass trotz aller Bemühungen der Kult von Achet-Aton nicht gebrochen war. Er war in den Untergrund gedrängt worden. Deshalb konnte er jeder Zeit aus dem Schatten wieder heraustreten und zu neuer Macht gelangen. Wie nah diese Bedrohung wirklich war musste er unmittelbar erfahren. Es gab nicht nur die Hebräer außerhalb, sondern auch Verbündete am Hofe, die der alten Pharaonenfamilie nahe standen und die Erinnerungen an die Zeit Echnatons hüteten. Sie verhalfen Mosis zur Flucht. Er sollte nach Midian fliehen, dort lebte ein Priester der alten Mysterien.


Die mitannischen Mysten aus Achet-Aton siedelten sich nach dem Verbot der Mysterien in der gebirgigen Wüste südöstlich von Palästina an. Dort wurden sie Midianiter genannt. Auch sie mussten der gewöhnlichen Arbeit nachgehen und gehörten zu den Hebräern. Deshalb fand Mosis einen Hof mit Schafen vor. Er wurde von dem mitannischen Mysterienpriester aufgenommen und mit einer seiner Töchter vermählt. Auf dem Basalt Plateau bei Madain Salih ließen die alten Mysten Tempelanlagen in die Felswände schlagen. Diesen Ort nannten die Eingeweihten den Berg Horeb. Mosis sollte mit den Schafen dort hin gehen um den Mysten zu begegnen. Bei den Tempeln angekommen wurde Mosis von den Priestern über die Geschichte der Hebräer unterrichtet. Er erfuhr von den Verfehlungen der Amunpriesterschaft und dem Aufstieg des Aton. Nun wusste er, warum es so war wie es war. Mosis wurde in die Mysterien eingeweiht und öffnete sich dem spirituellen Erleben. In einer mystischen Erscheinung offenbarte sich das Wesen des vergessenen Gottes. Der Gott seines Vaters, der Gott der Hebräer, der Aton war.


Durch den gesprochenen Dialekt formte sich Aton zu Adon. Die vedischen Einflüsse ließen den Gott als Gesamtheit aller Götter erfahren. Er war die Götter, weshalb der Name Adon in Plural gesetzt wurde und sich zu Adonay bildete. Nach der Einweihung und den Unterrichten wurde der Plan gefasst, die in Ägypten lebenden alten Mysten und Mysterienpriester zu sammeln und nach Mitanni zu ziehen. In Ägypten gab es für die Anhänger des vergessenen Gottes keine Zukunft. Im mitannischen Reich sollte ein neues Zentrum der Mysterien entstehen.


Inzwischen war Sethos I. Pharao gewoden. Mosis hatte sich nicht mehr vor dem Todesurteil zu fürchten. Er nahm seine Frau und seinen Sohn und kehrte nach Ägypten zurück. Dort traf er sich mit seinem Bruder Aaron am Fuße des Berges El-Qurn am südlichen Ende des Tals der Könige. Mosis berichtete ihm von der Herkunft der Hebräer und den Geheimnissen des vergessenen Gottes. Von den Mysten aus den Bergtempeln erfuhr er von den Orten an denen Spuren des Gottes ihrer Väter zu finden wahren. Mosis hatte das Zeichen des Aton, der nun Adonay gesprochen wurde, von den Mysterienpriestern erhalten. Auf einem Relief faden sie das Bild des Sonnenpharao Echnaton, der Aton huldigte. Ergriffen von der Wahrheit die sie vorfanden suchten sie die Ältesten auf und gaben ihnen bekannt, dass Aton wiedergekehrt sei. Die Mysterien lebten noch in den verborgenen Felstempeln in den Bergen bei Madain Salih. Um sich zu verbergen nannten sie den Ort den Berg Horeb.


Im Geheimen versammelten sich die Mysten erneut in Ägypten um den Kult des zurückgekehrten Lichtgottes wiederzubeleben. Sie bereiteten sich vor um in das gelobte Land zu ziehen. Diese Pläne konnten jedoch nicht geheim gehalten werden. Die Amunpriester hatten nicht vergessen wodurch sie ihrer Macht beraubt wurden. Sie wussten von der einstigen Sonnenstadt Achet-Aton. Inzwischen war Ramses II. Pharao geworden. Ägypten befand sich im Krieg mit dem Großreich der Hethiter. Der Pharao schaffte es jedoch Frieden zu schließen. Er verbündete sich mit den Hethitern, die enge Verbindungen zum assyrischen König pflegten.


Als Ramses II. von dem Plan der Mysten erfuhr, nutzte er die Verbindungen zu den Hethitern um das mitannische Reich zu zerstören. Aton sollte sich nie wieder erheben. Ramses II. gelang es, die Hebräer in Ägypten zu halten. Die Beziehungen zwischen den Hethitern und dem assyrischen König waren sehr eng. So konnte Ramses II. bewirken, dass die Assyrer gegen die mitannischen Herrscher in den Krieg zogen. Unter dem Schutz Ägyptens und der Hethiter gelang Sulmanu-Asarad I., König von Assur, der finale Schlag. Sattuara II., König des einstigen Großkönigtums Mitanni, wurde im Jahr 1267 v.Chr. von König Sulmanu-Asarad I. besiegt. Das mitannische Reich war gefallen. Die mitannischen Mysten zogen nach Nordosten, in die iranische Hochebene. Um sich zu verbergen bildeten sie eine neue Kaste und nannten sie Magawan. Die Mysten dieser Priesterkaste wurden Mager oder auch Magier genannt. Aus ihnen ging der Hohepriester Zarathustra hervor. Mit ihm entstand die zarathustrische Einweihungslinie, aus der die altpersischen Mysterien hervorgingen.


Schließlich gelang es den Hebräern Ägypten zu verlassen. Sie machten sich auf den Weg nach Horeb, um von dort aus nach Mitanni zu gelangen. Als sie die Wüste Sinai durchquerten trafen sie auf Mysten. Sie berichteten Mosis von dem Fall des Mitanni-Reiches. Mosis ließ am Fuße der Berge ein Lager aufschlagen. Er ging mit den Mysten auf den Berg und ließ sich über die Geschehnisse aufklären. Das Fortbestehen des Mysterienbundes war gefährdet. Der Großteil kannte nur Erzählungen von der Zeit als die Sonne über Ägypten regierte. Die Nachkommen hatten keinen Kontakt mehr zu dem alten Brauchtum. Aton war vergessen, und sein Glanz war nicht mehr zu sehen. Deshalb erinnerten die Mysten daran, dass sie ein Volk von Priestern sind, die eine heilige Nation bilden. Daraufhin rief Mosis die Ältesten zusammen und beredete mit ihnen was man tun könne. Ihnen war der Untergang von Achet-Aton noch bekannt. Sie wussten, dass es einmal eine leuchtende Zeit gab. Es sollte doch möglich sein, an einem neuen Ort, den alten Glanz auferstehen zu lassen. Sie waren sich einig, dass in Adonay die Zukunft liegt. In Ägypten gab es für sie keinen Frieden. Die Priesterschaft würde nie von den Schikanen ablassen. Die Mysterien würden vollständig untergehen. Damit war beschlossen einen Neuanfang zu wagen.


Auf dem Berg wurde eine neue Konstitution verfasst. Durch die vedisch-esoterische Theologie konnte Aton als Adonay erfasst werden. Der Eine Gott war alle Götter. Neben ihm gab es keinen anderen. Ihn ihm waren alle Götter vereint. Damit ein solches Unglück, wie es einst die Priesterschaft des Amun über die Pharaonenfamilie und die Mysten brachte, sich nicht mehr wiederholt, wurde es zum obersten Gebot, dass kein anderer Gott neben Adonay gestellt werden darf. Mosis erweckte zusammen mit Aaron, dessen beiden Söhnen Nadab und Abihu, sowie siebzig der Ältesten, den alten Mysterienbund zu neuem Leben.


Damit der Eine Gott für alle erreichbar ist wurden die Lehren in zwei Klassen unterteilt. Die eine Klasse sollte die Mysterientradition fortführen, in der die tieferen Geheimnisse Gottes bewahrt wurden und erfahrbar waren. Diese Klasse wurde von der Oberschicht, den Mysten, gebildet. Die andere Klasse sollte den äußeren Kult pflegen und wurde von der Bevölkerung gebildet. Der innere und der äußere Kult ergaben eine Einheit, indem sich das Esoterische und das Exoterische gegenseitig tragen sollten. Um bis zu den höheren Ebenen vordringen zu können war es notwendig, dass die hohen Priester von der täglichen Arbeit befreit waren. Die in der Geschichte versunkene Mysterienstadt Achet-Aton konnte nur sein, weil sie vom ägyptischen Volk getragen wurde.


Damit niemand ungerecht behandelt wird wurden neue Gesetze verfasst, die das gemeinschaftliche Leben regeln sollten. Die Konstitution des Mysterienbundes und die allgemeinen Verordnungen sind im Zweiten Buch Moses überliefert. Für die Riten und Versammlungen der Bruderschaft wurde die Stiftshütte errichtet. Nach dem Vorbild der alten Tempelanlagen wurde ein Zelttempel konstruiert, der abgebaut und mitgeführt werden konnte. Diese Stiftshütte wurde Ohel Moed und Mischkan genannt. Die Schriften und Ritualgegenstände wurden in der Bundeslade verwahrt. Aaron wurde zum Hohepriester ernannt und seine Söhne zu Priestern. Mosis hatte das Amt des Propheten, des Mittlers zwischen Gott und Mensch, wie es bereits Pharao Echnaton ausgeübte.


Das Bundesleben wurde ritualisiert. Die Wanderungen glichen den Prozessionen im Alten Ägypten. Wie bereits zu Zeiten des Pharao Narmer, der einst Ägypten einigte und das Alte Reich schuf, gingen die Standartenträger den Oberen des Bundes voran. Nach Aarons Tod wurde dessen Sohn Eleazar zum Hohepriester und Ithamar zum Oberpriester der Mysterien. Während der Hohepriester als Vorsteher der äußeren Lehren fungierte, wurde Ithamar zum Vorsteher und Bewahrer der esoterischen Geheimlehre, die in späterer Zeit Kabbala genannt wurde. Er führte einen inneren Priesterzirkel an, der von der Linie des Hohepriesters getrennt war: Die Kabbalisten. Sie hatten die Aufsicht über die Leviten, die mit dem Bau und dem Transport des Heiligtums betraut waren.


Nach Eleazar übernahm dessen Sohn Pinhas das Amt des Hohepriesters. Mit ihm wurde die aaronitische Abstammungslinie der Hohepriester begründet. Bei den Kabbalisten wurde der Nachfolger des obersten Priesters vom Vorstehenden selbst bestimmt. Ithamar erwählte den Priester Eli. Dieser erwählte seinen Schüler Samuel.


Eli war oberster Priester in der Stiftshütte in Silo. Dort kam er in Kontakt mit einer Frau namens Hanna. Sie war unfruchtbar und wünschte sich ein Kind. In ihrer Verzweiflung kam sie zu Eli. Sie legte vor dem Priester ein Gelübte ab in dem sie versprach, dass wenn sie einen Sohn bekommen sollte, dieser in die Obhut des Priesters gegeben wird. Hanna wurde kurze Zeit darauf schwanger und bekam einen Sohn. Er erhielt den Namen Samuel und wurde von Eli in die Kabbala eingeführt. Die Kabbalisten und die aaronitischen Hohepriester hatten sich inzwischen vollständig getrennt. Es waren zwei verschiedene Schulen. Der alte Bund wurde von den Kabbalisten weitergeführt. Während der Herrschaft Sauls wurde der spätere König David in die Mysterien eingeweiht. Die untergegangene Mysterienstadt Achet-Aton sollte wieder auferstehen. Deshalb ließ König David die Bundeslade aus der Stiftshütte von Silo nach Jerusalem bringen.


David erwählte seinen Sohn Salomon zum Nachfolger. Mit dem Bau des salomonischen Tempels erhob sich Jerusalem zur heiligen Stadt der alten Mysterien, dem neuen Achet-Aton. Wie einst Pharao Amenhotep III. hatte auch König David seinen Sohn dazu auserkoren die neue Zeit einzuleiten. Hier beginnt nun die masonische Urzeit, die Legenden der Freimaurer. Der altägyptische Mysterienkult von Memphis, der in Achet-Aton seine Blüte erlebte, drohte allerdings abermals unterzugehen. Mit der Zerstörung des ersten Tempels von Jerusalem ging auch ein Großteil des inzwischen reichhaltigen Schriftgutes verloren. So musste, so gut es ging, aus dem Gedächtnis heraus alles erneut zusammengetragen werden. Hieraus entstanden die Bücher des Alten Testaments. Der memphitische Gott Ptah, in dessen Tempel die altägyptischen Mysterien entstanden sind, erscheint im alten Testament in seiner Eigenschaft als Bildner, der den Menschen aus Ton, bzw. Lehm, formt. Im neuen Testament taucht er im Evangelium des Johannis in der Gestalt des Logos auf, Dem Wort, der das Wort selbst ist.


Der altägyptische Gott Ptah war nicht nur Schöpfungsgott, sondern auch der Gott der Handwerker, der Bauleute und des Kunsthandwerks. Dem alten Schöpfungsmythos zufolge sprach Ptah die mit dem Herzen gebildeten Gedanken laut aus und erschuf so das Universum. Er erschuf durch das Wort. Unter den Handwerkern erhielt er den Beinamen Oberster der Handswerksmeister. In der hellenistischen Zeit setzten die Griechen Ptah mit Hephaistos, dem Feuer- und Schmiedegott, gleich. Das Alte Testament zeugt noch von weiteren engen Verbindungen zwischen der altägyptischen Zeit und dem neuen Bund. Aus der Zeit des Aton-Kultes um 1360 vor Christus ist der Hymnus des Echnaton fast wortgleich in dem Psalm 104 aufbewahrt. Dieser Psalm stammt aus der nachexilischen Weisheitsschule des 5ten Jahrhunderts vor Christus. Die altägyptischen Mysterien wurden zweifelsohne in einer Traditionslinie weiter getragen. Bereits Echnatons Vater, Pharao Amenhotep III., kannte den biblischen Gott JHWH. In den Tempelanlagen von Soleb, die Amenhotep III. errichten ließ, ist dieser Name in ägyptischen Hieroglyphen belegt. Mit dieser Inschrift ist ein nomadisches Volk verbunden, dass die Ägypter Schasu nannten. Aus der Zeit Amenhotep III. sind auch Arbeitsverträge bekannt, nach denen Schasu für den Pharao als Bergarbeiter tätig waren. Die Siedlungsgebiete der Schasu reichten über Palästina bis zur Sinaihalbinsel.


Es kann davon ausgegangen werden, dass erst mit dem zweiten Tempel von Jerusalem der monotheistische JHWH-Kult eingeführt wurde. Zu den Zeiten von König Salomon war noch eine starke henotheistische Ausrichtung vorhanden. Neben den Altären des JHWH gab es auch kleine Hausaltäre für untergeordnete Götter. Diese henotheistische Komponente ist wohl auf die vedischen Einflüsse zurückzuführen. Dementsprechend gab es keinen Gott neben JHWH, sondern nur kleinere Götter unter ihm, die seiner Autorität unterworfen waren. Dieses Prinzip ist auch in der praktischen Kabbala wiederzufinden. Im biblischen JHWH vereinten sich die höchsten Gottformen er älteren Kulte zu dem Einen Gott. Die unteren Götter hingegen bildeten sich zu Engeln. Aus den ägyptischen geflügelten Sphinxen wurden die Cherubim. Es ist nicht verwunderlich, dass man in vielen älteren Bildern, Inschriften und desgleichen so enge Verwandtschaften zum Biblischen findet. Auf der mystischen Ebene gingen vor allem die vedischen und altägyptischen Kulte eine Verbindung ein, aus der die Mysterientradition hervorging und sich schließlich zum monotheistischen JHWH-Kult weiter entwickelte. Bestimmte Merkmale sind durchgängig erkennbar, so dass ein Gefühl für das entstehen kann, was vormals auf Grund der Verfolgung durch die Amunpriester zur Geheimlehre werden musste.